Einfluss Deiner Persönlichkeit auf Deine Karriere

Über die Portale der antiken Welt schrieb man: „Erkenne dich selbst!“ Über den Pforten unserer neuen Welt sollte stehen: „Sei du selbst!“
Oscar Wilde

Selbsterkenntnis ist Voraussetzung für die eigene Selbstentfaltung. Die Beschäftigung mit sich selbst kostet Zeit und Energie – es lohnt sich jedoch allemal! Wie ein Baum seine Lebenskraft aus den Wurzeln zieht und sich dann entfaltet, so schöpfst Du Deine Lebensenergie aus den Einflüssen Deiner Biographie. Die ersten Wurzeln bestimmen den weiteren Wachstumsverlauf. Sind sie schwach ausgebildet, so steht der Baum auf wackeligem Grund. Sind sie zu stark in eine Richtung gewachsen, wird es den Baum in eine unflexible Schieflage bringen.

Spurensuche

Wie kannst Du die Einflüsse Deiner Biographie auf Deine Karriere dingfest machen? Viele Wirkungen sind unbewusst, deswegen: Schule Deine Selbstwahrnehmung und beobachte Deine Verhaltensmuster im Job. Was wiederholt sich? Was treibt Dich zu Höchstleistungen? Hinterfrage Deine Antreiber.

Beispiel: Sind die Geldprämien für Topleistungen Deine Motivation oder das Gefühl, es allen gezeigt zu haben? Je nach Antwort gehe einen Schritt weiter: Wozu ist Dir das Geld oder das Gefühl der Überlegenheit wichtig? So kannst Du immer tiefer den dahinter liegenden Impulsen auf die Spur kommen.

Verhaltensmuster

Wichtig ist, dass Du unterscheidest: Es gibt Verhaltensmuster, die sind mehr als ok. Sie fördern Deine Karriere und Dein Wohlbefinden. Hier mußt Du nicht nachdenken. Kritisch wird es, wenn Du spürst, dass Du Dir mit Deinem Verhalten im Weg stehst. Das können zum Beispiel bezogen auf den Anlass unangemessene Reaktionen sein, oder Du wählst Dir immer den gleichen Typus Chef, der Dich nervt.

Gefühle

Wie ist die wahre Gefühlslage?

Wie ist die wahre Gefühlslage?

Ein weiterer Indikator ist Deine Gefühlslage. Minderwertigkeitsgefühle à la „Die Präsentation schaffe ich nicht!“ oder „Keiner mag mich hier wirklich“ gehören dazu. Das gilt genauso für Überlegenheitsgefühle wie „Ich alleine manage das Unternehmen!“ oder „Alle unter mir sind dumm.“ Menschen mit Überlegenheitsgefühlen neigen nicht unbedingt zur Selbstreflexion. Dazu kommt, dass ihr Verhalten auf Basis dieser Grundeinstellung häufig karriereförderlich ist. In Unternehmen, die keinen Wert auf soziale Kompetenz legen, haben diese Kandidaten eine optimale Spielwiese. Umso stärker setzt das Erwachen dann ein, wenn es mal nicht weitergeht.

Erste Ebene: Einfluss Kindheit

In der Spurensuche nach biographischen Einflüssen gibt es zwei Ebenen. Zuerst lohnt es sich, in die eigene Kindheit zu schauen. Beachte hierbei, dass Du so manches nicht mehr weißt oder verdrängt hast. Rede mit Zeugen Deiner Kindheit. Das sind Mutter und Vater, die Großeltern, Tanten und Onkels, Geschwister, Freunde der Familie und so weiter. Es hilft ungemein, im Gespräch einfach nur zuzuhören. Oft wird das Wesentliche in einem Nebensatz oder nach einer Periode des gemeinsamen Schweigens gesagt.

Zweite Ebene: Einfluss Herkunftsfamilie

Wirst Du hier nicht fündig, dann wechsle in die zweite Ebene. Hier geht es um eine generationsübergreifende Sicht. Man kann auch von einem Familienbewusstsein sprechen, welches Auswirkungen auf viele Lebensbereiche hat. Dr. Bertold Ulsamer (Thearpeut & Experte für Familienaufstellungen) hat in seinem Buch Der Apfelfaktor. Wie die Familie, aus der wir kommen, beruflichen Erfolg beeinflusst zahlreiche Beispiele dokumentiert. Neugieriges Fragen gepaart mit wahrem Interesse ist der Schlüssel zu vielen Geschichten und Erlebnissen aus der Familie, die helfen, sich selber besser zu verstehen.

Lösungen

Das Gute ist, Du kannst hinderliche Einflüsse durch unterschiedliche Methoden auflösen. Das geht von alleiniger Selbstreflexion und Coaching über Familienaufstellungen und Energiearbeit bis hin zur klassischen Therapie. Grundgedanke: Nur das, was Du bewusst angenommen hast, kannst Du bewusst abgeben bzw. damit aufhören. Der erste Schritt ist daher die Selbsterkenntnis.

Es grüßt herzlichst,

Sascha

Drei Anregungen zur Selbstreflexion

  • Vergegenwärtige Dir zentrale Erlebnisse in Deiner Kindheit. Wie hast Du die Herausforderungen gemeistert?
  • Welche Verhaltensmuster im Job erkennst Du?
  • Beschreibe Deine Eltern. Was haben sie Dir häufig gesagt, welchen Rat für das Leben haben sie Dir mitgegeben?