Marco Krahl: DAD-Erfinder

Als ich hörte, dass mein schlechtes Gewissenheft Men´s Health – den Six Pack schaffe ich in diesem Leben nicht mehr – ein Vaterheft herausbringt, wurde ich neugierig. Das Motto „Kind haben, Kerl bleiben!“ gefällt mir. Interview mit Marco Krahl über DAD als Heft und DADsein im Leben.

Marco Krahl

DAD Marco Krahl

Marco, im Oktober 2015 ist Dein neues Baby auf die Welt gekommen: DAD von Men´s Health. Wie war die Geburt?

Lang! Sehr lang. Die Schwangerschaft eines Elefanten ist ein Klacks dagegen. Aber im Ernst: Die Idee für das Heftkonzept kam mir schon vor etwa drei Jahren, da waren meine Kinder gerade drei und sechs Jahre alt. Danach musste die Idee noch durch einige Instanzen bei uns im Verlag. Das offizielle Go bekamen wir dann im April dieses Jahres.

Was ist der Grundgedanke von DAD?

Noch vor einigen Jahrzehnten waren viele Väter nur Erzeuger und Ernährer. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert, woran auch die Einführung von Elternzeit und Elterngeld im Jahre 2007 nicht ganz unschuldig ist. Väter wollen inzwischen viel mehr sein, sie wollen „aktive Väter“ sein. Dementsprechend steigt aber auch die Erwartungshaltung – die eigene, aber auch die der Gesellschaft, nicht zu vergessen die der Mütter. Men’s Health Dad möchte in dieser neuen Situation den Vätern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gleichzeitig aber den Vater als Mann nicht aus den Augen verlieren. Unser Motto lautet deshalb auch: Kind haben, Kerl bleiben.

Du bist selbst Vater von einer Tochter und einem Sohn. Was für ein Vater bist Du bzw. willst Du sein?

Was für ein Vater ich bin? Da musst du meine Kinder fragen, die können das hoffentlich am besten beantworten. Oder meine Frau. Aber ich kann dir sagen, was für ein Vater ich sein will: Einer, der am Ende seines Lebens nicht bereut, zu wenig Zeit mit seinen Kindern verbracht zu haben. Und einer, der in seiner persönlichen Entwicklung niemals stillsteht. Mein Ziel: lässig zu erziehen, ohne zu vernachlässigen.

Wie lebst Du mit Deiner Frau Beruf und Familie?

Momentan arbeitet meine Frau als freie Autorin und Lektorin, sozusagen in Teilzeit, ich bin in einer festen Anstellung in Vollzeit. Dementsprechend übernimmt sie gerade mehr Aufgaben in der Familie. Aber Familie und Beruf unterliegen immer einem stetigen Prozess, alles kann sich ändern.

Wo knirscht es?

Hier und da, aber nirgendwo richtig laut. Notfalls muss man einfach mal wieder ölen. Generell gilt: Die Kinder wachsen heran und meine Frau und ich wachsen daran. An diese ständigen Veränderungsprozesse muss man sich immer wieder anpassen. Ich glaube, das nennt sich dann „Leben“.

Welche Arbeitswelt wünscht Du Dir für Deinen Sohn, wenn der mal Vater ist – und Du Opa?

Eine, in der Frauen und Männer gleich bezahlt werden und junge Männer bei Einstellungsgesprächen gefragt werden, ob sie mal Kinder haben wollen.

Lieber Marco, Danke für den Einblick in Dein Vater-Leben!

Es grüßt herzlichst,

Sascha

PS: DAD auf Facebook

 

Zu dem Interview passt:

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