Kaspar Kemmerling: Mann genug für Teilzeit

Eine Tochter, eine Frau und Teilzeit – ein Mann geht seinen Weg! Kaspar Kemmerling ist Kundenberater bei der Agentur medienmonster in Kiel. Und er profitiert von der familienfreundlichen Einstellung seines Chefs.

Kaspar KemmerlingAuf geht´s zum Interview:

Du arbeitest als Mann in Teilzeit. Wie hast Du das geschafft?

Indem WIR uns als Paar zusammengesetzt haben und gemeinsam eine Kosten-Nutzen-Rechnung erstellt haben, welche dazu führte, dass es Sinn macht, dass ich eine halbe Stelle arbeite. Zudem habe ich bei meinem Arbeitgeber angefragt, wie dieser dazu steht. Da dort keine klassische Regelarbeitszeit vorgeschrieben wird, sondern es flexible Arbeitszeiten gibt, hatten wir einen guten Ausgangspunkt, um solch ein Modell umzusetzen.

Wie hat Dein Chef reagiert, als Du mit dem Wunsch um die Ecke kamst?

Mein Chef ist sehr wohlwollend und flexibel, da er selbst drei Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren hat. Er kennt die Herausforderung, Arbeit und Familie in Einklang zu bringen. Reagiert hat er positiv. O-Ton: Das kriegen wir gemeinsam hin!

Was sagt Deine Frau dazu, dass Du nicht der klassische Vollzeit-Ernährer bist?

Es war eine gemeinsame Entscheidung, daher ist es für sie kein wirkliches Thema.

Mann mit Baby auf dem Arm tagsüber ist ein Hingucker – bist Du da allein unter Müttern?

Ein Hingucker ist „Mann“ schon vor allem vormittags unter der Woche. Doch allein ist „Mann“ nicht, eher würde ich sagen in der Unterzahl. Zudem habe ich den Eindruck, dass es immer populärer wird, als Mann mehr Zeit mit seinen Kindern zu verbringen.

Was ist Dein größtes Vaterglück?

Meine Tochter bei ihren einzelnen Entwicklungsschritten zu erleben und zu begleiten. Und dies nicht nur von 17 bis 19 Uhr. Das bedeutet für mich, eine gleichwertige Bezugsperson wie die Mutter sein zu können.

Ausblick: Bleibst Du eine Ausnahme oder ziehen Deine Freunde nach? Wo geht für Dich spürbar der Trend hin?

Ich denke, es wünschen sich einige Väter, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, doch gestaltet es sich häufig schwierig aus Sicht der Arbeitgeber. Hier gibt es einiges zu tun, um überhaupt den Rahmen zu schaffen, Vätern die Möglichkeit zu bieten, solch ein Familienmodell bei Bedarf zu leben.

Lieber Kaspar, Danke für den Einblick in Dein Leben!

Es grüßt herzlichst,

Sascha

Mein Lieblingssatz: „O-Ton: Das kriegen wir gemeinsam hin!"