Karriere mit Sinn: So findest Du Deinen roten Faden!


Karrierefaden
Wo stehe ich aktuell und wie bin ich hierher gekommen? Zwei einfache Fragen, auf die eine Antwort häufig nicht leicht fällt.

Jede Karriere hat einen eigenen roten Faden; wer diesen kennt, hat eine gute Startbasis für Anpassungen oder Veränderungen. Hilfreicher Ansatzpunkt bei der Suche nach dem Faden ist ein Rückblick auf den beruflichen Werdegang unter folgenden Aspekten:

● Klassischer Lebenslauf („Was habe ich bisher alles schon gemacht?“)

● Emotionaler Lebenslauf („Wie habe ich mich gefühlt?“)

● Familiärer Lebenslauf („In welcher beruflichen Tradition stehe ich?“).

Klassischer Lebenslauf

Jede Bewerbungsmappe enthält einen Lebenslauf. Es werden die Stationen von der Ausbildungen bis zum aktuellen beruflichen Tun aufgelistet. Spezielle Fähigkeiten, erfolgreiche Projekte und innerbetriebliche Karrieresprünge stehen hier schwarz auf weiß. Wenn Du schon seit fünf Jahren keine Bewerbung mehr vorbereitet hast, dann wird Dir gar nicht bewusst sein, was Du in dieser Zeit noch an zusätzlichen Qualifikationen erworben hast.

Es lohnt sich, diesen Lebenslauf für sich selbst einmal aufzuschreiben. Je detaillierter, desto besser – lese diesen Lebenslauf danach durch und Du wirst unterschiedliche Fasern finden, die den roten Faden bilden. Es kann immer die gleiche Firma sein, immer die gleiche Tätigkeit in unterschiedlichen Firmen oder der Drang, alle zwei Jahre Arbeitgeber und Aufgabengebiet zu wechseln. Wichtig ist, dass Du den Lebenslauf als Indiziensammlung für Deinen Karrierefaden nutzt; je ehrlicher Du ihn schreibst, umso näher kommst Du einer klaren Sicht.

Fragen zum klassischen Lebenslauf:

– Welche Ausbildungen habe ich gemacht?
– Was habe ich studiert?
– Welche Praktika oder sonstigen Erfahrungen habe ich gesammelt?
– Was waren meine beruflichen Stationen?
– Welche Aufgaben und Projekte habe ich bewältigt?
– Welche Verantwortungen trage ich?

Emotionaler Lebenslauf

Der emotionale Lebenslauf fehlt in der typischen Bewerbungsmappe. Da hat er auch nichts zu suchen! Für Dich jedoch ist er ein optimales Instrument, die Fakten Deiner Karriere auf Sinnhaftigkeit, Lust und Freude zu überprüfen. Kurz: Wann ging und geht es Dir gut im Job? Was hat Dir Freude und was hat Bauchschmerzen gemacht? Was möchtest Du gerne wieder erleben und wo reicht Dir die einmalige Erfahrung?

Achte bei der Reflexion darauf, dass die berufliche nicht mit der privaten Ebene vermengt wird. Beispiel: Wer sich in einer Trennung und in einem Rosenkrieg befand, der wird sich schwer tun zu sagen, dass es ihm im Job gut ging. Hier gilt es hinzusehen, inwiefern private Gefühle die Sicht auf den Job eintrüben.

Fragen zum emotionalen Lebenslauf:

– Was wollte ich als Kind werden? Was reizte mich an dem Berufswunsch?
– Was macht mir Spaß und Freude im Job?
– Was ärgert und stört mich im Job?
– Wie gesund war und bin ich?
– Wie wichtig ist mir Anerkennung und Wertschätzung? Wo bekomme ich diese?

Familiärer Lebenslauf

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm! Der Psychologe Dr. Bertold Ulsamer hat daraus den Apfelfaktor gemacht. „Was ich den Apfel-Faktor nenne, ist aber noch mehr als eine bloße genetische Prägung. Es gibt eine tiefe unbewusste Loyalität von Kindern zu ihrer Familie. Diese Loyalität nimmt Einfluss auf alle wichtigen Entscheidungen im Leben, ja bestimmt sogar viel von der Art der eigenen Lebensführung“ (Ulsamer, 2009, S. 20).

An den Wegkreuzungen der Karriere spielen solche Loyalitäten eine Rolle. Ich erlebe es immer wieder in Karriereberatungen, wie ein rückwärtiger Blick in die Familientradition zu Analogien in der Berufswahl und im Erfolg oder Misserfolg führt. Wer von Kindsbeinen an gehört hat, dass Selbständigkeit Unsicherheit, Hunger und Not bedeutet, dem wird es schwer fallen, sich selbst als eigenständiger Unternehmer zu verwirklichen.

Voraussetzung für das Gelingen ist, dass diese familiären Glaubenssätze bewusst werden. Nur was Dir bewusst ist, kannst Du abgelegen und verändern.

Hier ein paar Leitfragen zu Deinen Lebensläufen; die Fragen betreffen jeweils Vergangenheit und Gegenwart.

Fragen zum familiären Lebenslauf:

– Welche Berufe haben/hatten meine Eltern?
– Welche Berufe hatten meine Großeltern?
– Welche Berufe hatten meine Urgroßeltern?
– Welche Berufe haben/hatten Onkel und Tanten?
– Welche Rolle spielten meine Eltern bei der Wahl von Ausbildung, Studium und Beruf?

Finde Deine Antworten und gehe Deinen Weg!

Herzlichst,

Sascha

Fazit

Je klarer die Sicht auf die sachlichen, emotionalen und familiären Einflüsse auf die Karriere ist, umso genauer gelingt eine berufliche Standortbestimmung im Einklang mit der eigenen Persönlichkeit.