Grenzen setzen in zwei Schritten (mit Video)

Wer braucht Grenzen – Kinder oder Eltern? Beide! Nur ganz anders als oft gedacht. Kinder brauchen Rahmen aus Liebe und Geborgenheit, in dem sie sich entwickeln. Eltern brauchen Bewusstsein für eigene Grenzen.

STOPMein Lieblingspädagoge Jesper Juul empfiehlt eine alternative Formulierung: Statt „Kinder brauchen Grenzen“ wählt er „Kinder brauchen Eltern, die sich abgrenzen“.

Wo ist da der Unterschied?  Nun, Du kennst sicherlich die willkürlich gesetzten Grenzen für Kinder.

 

Evergreens sind:

  • Mit dem Essen spielt man nicht!
  • Was man sich auf den Teller getan hat, muss immer  aufgegessen werden!
  • Man unterbricht nicht die Erwachsenen, wenn sie reden!
  • Und so weiter … was fällt Dir aus Deiner Kindheit ein?

Typische Stilmittel sind Wörter wie „man“ oder „immer“. Problem dieser Grenzen ist, dass Kinder nicht wissen, ob wir meinen, was wir sagen. Denn nirgends kommt das Wort „Ich“ drin vor. Also was mache ich als kluges Kind? Natürlich, ich teste mal aus, ob es denn wirklich so gemeint ist, wie es gesagt wurde. Anhand der Reaktion merke ich dann, „Ups – Mama meint es ernst“ oder eben auch „Aha – das war nur eine Worthülse von Mama“.

1. Schritt: Werde Dir Deiner Grenzen bewusst

Du kannst nur Grenzen ziehen, wenn Du Dich kennst und auf Dich hörst. Wie weit dürfen Dein Chef, Deine Kollegen, Dein Partner oder Deine Kinder bei Dir gehen. Wie viel schluckst Du, bevor es knallt?

Antwort geben Dir Deine Gefühle und Dein Körper. Wer dauernd Kröten schluckt, dem wird schlecht. Bauchschmerzen und Genervtheit sind typische Symptome für Grenzüberschreitungen.

Was hilft ist ein Bewusstsein für die eigenen Grenzen:

  • Was ist Dir wichtig in Bezug auf Deine Persönlichkeit?
  • Welche Werte müssen für Dich eingehalten werden?
  • Welche Grenzen sind erlebte Grenze aus der eigenen Kindheit? Sind diese heute wirklich noch gültig?

2. Schritt: Klare und persönliche Sprache wählen

Es ist wichtig für Dich als Mutter oder Vater, dass Du klar sagst, was Du willst oder nicht willst. Das geht nur mit persönlicher Sprache:

  • Ich will …
  • Ich will nicht …

Wenn Dir das zu hart ist, dann wähle:

  • Ich möchte …
  • Ich möchte nicht …

Vergiss nicht: Das Wort „Ich“ meint DICH. Das Wollen oder Nicht-Wollen muss aus Dir herauskommen. Im Einklang mit Deinen Werten und Gefühlen stehen. Nur dann – wirklich nur dann – hat Deine Grenze Glaubwürdigkeit.

Viel Erfolg beim Abgrenzen wünscht

Sascha

PS: Buchtipp Nein aus Liebe: Klare Eltern – starke Kinder

PPS: Video-Vortrag zum Thema