Drei Anstiftungen, das zu tun, was Du liebst

„Karriere und Kind ist kein Thema bei mir. Ich habe keine Karriere.“ Dieser Satz einer berufstätigen Mutter machte mich stutzig. Wieso hat sie keine Karriere? Nur weil sie kein weiblicher DAX-Vorstand ist?

Zusätzlich fiel mir das neue Buch der Management-Vordenker Anja Förster und Peter Kreuz in die Hände. (Naja, ich gebe es zu, der Verlag hat es mir geschickt, damit ich es rezensiere.) Macht was ihr liebt! 66 1/2 Anstiftungen das zu tun, was im Leben wirklich zählt lautet der Titel. Und vorneweg, das zu machen, was für Dich wirklich zählt, ist für mich Karriere.

Anbei drei Anstiftungen als Kostprobe und mögliche Anregung, einen persönlichen und ungewöhnlichen Karriereweg zu gehen.

1. Anstiftung: Stopp sagen

Durchhalten! Das geht schon noch! Stell Dich nicht so an! Wie oft machst Du im Job Dinge, auf die Du definitiv kein Bock hast?  Dinge, mit denen Du Dir Deine gute Laune und die Freude am Leben verdirbst? Was auch immer es sein mag, höre damit auf – JETZT!

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Einfacher gesagt als getan? Nein, denn Du hast es in der Hand, die Veränderung zu beginnen. Manchmal kann es schnell gehen. Ich bin vor Kurzem vor der Bestellung aus einem Restaurant wieder rausgegangen, da die Bedienung offensichtlich einen unfreundlichen Tag hatte. Darauf hatte ich keine Lust. Früher hätte ich hin- und herüberlegt; das Unwohlsein runtergeschluckt. Heute innerlich „Stopp gesagt“ und raus – kein Grübeln, kein Lunch in schlechter Atmosphäre.

Manche Stopp-Entscheidungen dauern zugleich deutlich länger. Bevor ich mich selbstständig machte, habe ich drei Karriererunden als Angestellter in der Medienbranche gedreht. Insgesamt zehn Jahre meines Lebens brauchte ich, um zu erkennen, dass Angestellten sein nichts für mich ist. Rückschauend hätte ich viel früher den Schritt machen können. Doch ich hatte damals schon kein Bock mehr auf die Hierarchien und das Managementgehabe.  Zugleich war es noch keine klare Erkenntnis, sondern ein Bauchgefühl, was sich langsam zu einer Erkenntnis entwickelte. Das brauchte seine Zeit, um offen für das Neue zu werden.

2. Anstiftung: Not-To-Do-Liste erstellen

Morgens rattert bereits die Liste im Kopf; das gilt es alles zu machen – im Job, im Haushalt und mit den Kindern. Puh, da bist Du eventuell außer Atem, bevor es losgeht.

Mir gefällt der simple und gleichzeitig wirksame Tipp von Anja Förster und Peter Kreuz:

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Erstelle eine Not-To-Do-Liste! Darauf gehört alles, was Dich vom für Dich Wesentlichem ablenkt, was Dir Kraft und Energie raubt. Schaue genau hin, denn es sind häufig die Kleinigkeiten im Alltag, die Zeit kosten und nichts einbringen.

Deine Ideen, Projekte und Aufgaben im Beruf werden dadurch fokussierter. Deine Kinder werden sich freuen, denn die gewonnene Zeit kommt ihnen wohl zugute – wenn sie für Dich das Wesentliche sind. (Was bei den meisten berufstätigen Eltern der Fall ist.)

3. Anstiftung: Nutze Deine Macht

In den Büros finden sich viele Mitarbeiter, die sich als Opfer fühlen. Opfer der Umstände, Opfer des Chefs, Opfer der Aufgaben und so weiter. Die Opferhaltung ist unbequem, fühlt sich nicht gut an und doch gibt sie Sicherheit. Wenn ich nichts ändern kann (Opfer), dann muss ich mich auch nicht bemühen (Sicherheit des Status quos).

Wenn Du bis hierher schon den Beitrag gelesen hast, dann weiß ich, dass Du nicht so in Gänze denkst! Eine Stimme in Dir mag sagen:„So ein Quatsch, wenn er wüsste, wie ich eingebunden bin.“ Doch gleichzeitig gibt es ein Flämmchen oder eine Flamme und hoffentlich bald eine Feuerbrunst in Dir, die verkündet: „Halt, so geht es für mich nicht weiter. Jetzt mache ich etwas anders!“

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Die Macht ist in uns – wir müssen sie nur erwecken und nutzen. Das geht nicht von heute auf morgen. Das ist mir klar. Ich selber brauchte zehn Jahre, um zu erkennen, dass ich mich selbstständig machen muss, dann noch einmal fast zehn Jahre, um meine Selbstständigkeit in die Richtung zu führen, wo ich sie haben will. Und der Weg ist noch lange nicht zu Ende; das Ziel offen. Doch ich bin losgegangen. Das zählt für mich persönlich.

Ich wünsche Dir, dass Du mit Liebe und Wertschätzung auf Dein Leben und Deinen Beruf zurückschaust. Alles, was Du bisher gemacht hast, machte Sinn. Jetzt, genau jetzt und heute, kannst Du weitergehen oder den Kurs korrigieren. Das Buch Macht was ihr liebt! ist dafür ein leicht lesbarer und Witz geschriebener Kompass.

Es grüßt herzlichst,

Sascha

PS: Das Vorläufer Buch der beiden Autoren mit dem Titel Hört auf zu arbeiten! habe ich für die GQ rezensiert.

Buchttipp: Macht was ihr liebt! von Anja Förster und Peter Kreuz

Das Buch ist interessant für

  • alle, die sich irgendwie unwohl fühlen in dem, was sie machen.
  • alle, die gerne kleine Häppchen lesen und offen für Anregungen sind.
  • alle, die ein Geschenk suchen und jemand durch die Blume sagen wollen: „Hey, time to change!“