Was treibt Dich zum beruflichen Erfolg?

Ich will unbedingt Erfolg haben! Ich muss perfekt sein! Ich muss durchhalten! Ich will Anerkennung – hey seht mich endlich!

Jeder Karriere wohnt ein Geheimnis inne – der innere Antreiber. Er hilft uns, vorwärts zu gehen. Zugleich schickt er uns manchmal in Sackgassen, wo wir nur mit Schmerzen wieder rauskommen. Schmerzen der Selbsterkenntnis, dass wir nicht rational gehandel haben, sondern unbewusst uns antreiben ließen.

Was ist ein Antreiber?

Begriff und Model des „Antreibers“ kommt aus der Transaktionsanalyse (TA). Andere sagen gerne Glaubenssatz, Einschärfung, tiefe Verankerung – you name it. Grundgedanke ist, dass wir aus unserer frühkindlichen Zeit eine Erfahrung in einem Glaubenssatz festgehalten haben.

Beispiel: Wenn Du als Kind erlebt hast, dass die Liebe Deines Vaters abhängig ist von Deinen Leistungen im Sport, dann strengst Du Dich als kleiner Junge an. Du rufst quasi Deinem Papa zu: „Hier schau her, ich erfülle Deine Erwartungen!“ Und bekommst damit die erhoffte Aufmerksamkeit und Liebe. Mädchen haben vielleicht immer gelächelt – zu allem. So wurden sie von Mama und Papa geliebt. Lächle, auch wenn Dir zum Schreien oder Weinen zu Mute ist, wäre dann das Programm.

Kinder entwickeln diese Antreiber zum Selbstschutz. Sie bekommen somit die überlebensnotwendige Liebe und Wertschätzung von den Eltern. Nur eine 30-jährige Frau sollte nicht mehr zu allem lächeln. Und doch tut sie es. Wieso? Weil die berufliche Umgebung kindliche Erfahrungen aktiviert und instinktiv auf das „alte“ Überlebensprogramm zurückgegriffen wird.

Typische Antreibern sind:

– Sei perfekt!
– Sei der Beste!
– Mach es anderen recht!
– Streng Dich an!
– Sei stark!
– Beeil Dich!

Dem Antreiber auf die Spur kommen

Das Dilemma ist, dass die Antreiber in der Kindheit Probleme gelöst haben; im Erwachsenenalter hingegen schaffen sie Probleme und zwar unter der Oberfläche. Sie lenken uns, während wir auf Menschen und Situationen reagieren. Du merkst das Werk Deines Antreibers, wenn Du Dich nach einer Situation fragst, wieso Du wieder einmal so reagiert hast, wohlwissend, dass es nicht hilfreich und stressig war.

Frage Dich in solchen Situationen, welche Gedankenkette in Dir war. Welcher Gedanke war der Auslöser für eine stressige Sitaution? Dummerweise liegt der Gedanke manchmal ein bißchen zurück, so dass Du forschen musst.

Beobachte Deine Verhaltensmuster im Job. Was wiederholt sich? Was treibt Dich zu Höchstleistungen? Beispiel: Sind die Geldprämien für Topleistungen Deine Motivation oder das Gefühl, es allen gezeigt zu haben? Je nach Antwort gehe einen Schritt weiter: Wozu ist Dir das Geld oder das Gefühl der Überlegenheit wichtig? So kommst Du immer mehr den dahinter liegenden Impulsen auf die Spur.

Antreiber auflösen

Wenn Du Deine Antreiber, Glaubenssätz oder Einschärfungen kennst, dann ist dies der erste Schritt. Nun geht es darum, sie zu entschärfen, ihnen die Macht zu nehmen. Es geht nicht darum, sie loszuwerden. Sie sind Bestandteil Deines Lebens und hatten damals in der Kindheit für Dich Sinn. Doch nun brauchst Du sie nicht mehr. Also können sie ruhen. Und das schaffst Du mit einer Selbst-Erlaubnis.

Gebe Dir die Erlaubnis, Dich nicht zu beeilen. Das ist meine persönliche Herausforderung. Mein Coach sagte mir einmal „Da wo andere gehen, läufts Du.“ Dieser Satz saß, denn er traf mein Grundgefühl. Also gebe ich mir die Erlaubnis, es ruhig angehen zu lassen. Ich mache das mit einem Mantra und dem Fokus auf meinen Atem. Da ist meine persönliche Lösung; sie liegt begründet in meiner Yoga- und Meditationspraxis. Für Dich mag es eine andere Erlaubins geben. Finde Deinen individuellen passenden Erlaubnissatz, um die Antreiber zu entmachten.

Es kann sein, dass Du Dich beim Nichtbefolgen des Antreibers unwohl fühlst. Das ist ganz normal. Es gehört dazu, denn jetzt durchbrichst Du Deine Tradition der Handlungen und betrittst Neuland. Das kann verbunden sein mit Freude, Erleichterung und gleichzeitig mit Angst, Trauer und Wut.

Das kann auch der Grund sein, wieso es manchmal Sinn macht, doch dem Antreiber weiter zu folgen. Da die Gefühlswelt und Verletzungen dahinter zu bedrohlich wirken. Dann breche bitte nichts über das Knie. Nähere Dich dem Thema behutsam und ohne Eile. Doch allein dieses Wissen ist die erste Heilung.

Es grüßt herzlichst,

Sascha

Umgang mit Antreibern

Jeder von uns besitzt persönliche Antreiber und Glaubenssätze, die unseren Weg beeinflussen. Sie stammen aus unserer Kindheit und haben Macht über uns. Wir können Sie erkennen und mit individuellen Erlaubnissen „entmachten“.