ABC für familienfreundlichen Führungsstil

„Guten Morgen, ich kann nicht kommen, denn mein Kind ist krank.“ Ist so eine Nachricht ein Alptraum für Dich als Chef oder einfach das reale Leben? Auf jeden Fall eine Nagelprobe, wie familienfreundlich Dein Führungsstil ist.

NIDO (11/2014)

NIDO (11/2014)

Familienfreundliches Führen heißt, den Mitarbeiter als Elternteil wahrzunehmen und zu achten. Mütter oder Väter geben ihr Elternsein nicht beim Pförtner ab, sondern nehmen die Familienthemen mit in den Job. Das ist ganz normal.

Kannst Du hierauf wertschätzend reagieren? Sei ehrlich mit Dir – ist der erste Gedanke bei der obigen Nachricht „Oh Gott, wie soll ich das alles schaffen“ oder „Nicht schon wieder, hat der keine Frau, die zu Hause aufpassen kann“ oder …

Eine angemessene Reaktion wäre in meinen Augen zum Beispiel „Gute Besserung und melde Dich bitte, wenn Du weißt, wann Du wieder dasein kannst.“ Wir wissen, Familie ist nicht planbar – das Leben ist jenseits von Terminplänen und Zeitbudgets.

Ist familienfreundliche Führung lernbar?

Du kannst Führungstrainings besuchen und lernen, wie man Mitarbeiter zu Höchstleistung motiviert, Konflikte managt, Gespräche führt, Burn- und Boreout vermeidet und so weiter. Hier mag es gute Impulse für Dich geben; doch häufig geht es nur um Dein Engagement nach außen und nicht um Dich als Person.

Ich plädiere für Selbstreflexion über das eigene Führungsverhalten. Nicht im Sinne von Techniken und Methoden im Außen, sondern im Sinne von Selbstbeobachtung – was kann ich an meinem Verhalten ändern, damit die Mitarbeiter freiwillig und gerne folgen.

Wie das Elternsein ist das Chef(in)sein eine Frage von Intuition und Empathiefähigkeit – sprich Mitgefühl. „Halt“ mag da einer denken, beim Führen geht es doch um Ziele, Fakten und Kontrolle. Ja, so kann man führen und das funktioniert sogar. Nur willst Du selbst so geführt werden? Nicht umsonst haben Firmen mit einer menschlichen Führungskultur kaum Probleme mit Krankheitsständen und Fluktuationen der Mitarbeiter.

Kleines Führungs-ABC

Worauf sollte ich achten? Eigentlich ganz einfach: Zeige Deinem Team, wer Du bist!

A) Was motiviert Dich (Führungs-Motivation)?
B) Was ist Dir im Umgang miteinander wichtig (Führungs-Werte)?
C) Was willst Du konkret erreichen (Führungs-Ziele)?

Wenn ich mich als Chef persönlich zeige, dann öffne ich den Raum dafür, dass meine Mitarbeiter mir sagen, wer und wie sie sind. So gibt es den Raum für ein humanes Miteinander.

Kuschel-Pädagogik?

Nein, ich meine keine Kuschel-Führung! Wenn sich Menschen offen begegnen, dann sind Konflikte auch nicht unter den Teppich gekehrt. Konflikte wird es tagtäglich geben; es hängt an meinem Führungsstil, ob diese konstruktiv oder destruktiv gelöst werden.

Und ja, als Chef kann ich mich von Mitarbeitern trennen, wenn wir nicht passen. Und ja, als Mitarbeiter sollte ich mir einen neuen Chef – sprich Job – suchen, wenn dessen Führungsstil nicht zu mir passt. Hier bist Du als Führungskraft oder als Mitarbeiter in der Eigenverantwortung.

Herzlichst,

Sascha

PS: Ich habe vor Personalern über familienfreundliche Führung gesprochen. Die Quintessenz des Vortrages (ca. 4 Min.) gibt es im Video.

Führungs-ABC

Zeige Deinem Team, wer Du bist:

A) Was motiviert Dich (Führungs-Motivation)?
B) Was ist Dir im Umgang miteinander wichtig (Führungs-Werte)?
C) Was willst Du konkret erreichen (Führungs-Ziele)?